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FEI-Jahrestagungen: Durchwachsene Ergebnisse (20.11.2009)

Kopenhagen/DEN (fn-press). Anlässlich der Jahrestagungen der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) in Kopenhagen hat die Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit die neuen Konzepte und generellen Regelungen der FEI für einen sauberen Sport unterstützt. Alles andere als überwältigend war die Zustimmung zur Einführung der so genannten "Progressive List". die mit 53 zu 48 Stimmen verabschiedet wurde.

Diese Liste erlaubt, dass eine Zahl von Medikamenten, die als Schmerz- und Entzündungshemmer eingesetzt werden, im Wettkampf erlaubt sind. "Im Gegensatz zu den richtungsweisenden Grundsatzbeschlüssen und Regelungen zum "Clean Sport" ist die "Progressive List" ein Desaster und ein deutlicher Rückschritt auf dem Weg hin zu einem sauberen Pferdesport", zeigte sich Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), nach der gestrigen Abstimmung entsetzt. Der deutsche Verband hatte gemeinsam mit den meisten europäischen Nationen gegen die "Progressive List" gestimmt.

Unter die Regelung der "Progressive List" fällt unter anderem auch eine erlaubte Menge für das Schmerzmittel Phenylbutazon. Mit 8 mcg liegt diese viermal höher als die erlaubte Menge Phenylbutazon, die Anfang der 90er Jahre verboten wurde. Ebenfalls zulässig sind im neuen FEI-Regelwerk die Schmerzmittel Flunixin und Acetyl-Salicyl-Säure (ASS). Enthalten sind auf der Liste auch Dichloroacetate (zur Behandlung von Muskelschäden), Isoxuprine (durchblutungsfördernde Mittel zur Behandlung bei Hufrollenentzündung) oder auch der Schleimlöser Acetylcystein (ACC), der zum Beispiel bei der Behandlung von Bronchitis zur Anwendung kommt. Diese Mittel sind im internationalen Sport nach neuer FEI-Liste im Wettkampf uneingeschränkt erlaubt.

"Wir müssen dieses Ergebnis zunächst einmal verarbeiten. Aber eines steht jetzt schon fest: Die "Progressive List" stellt nicht unsere Vorstellung von gesunden und unmanipulierten Pferden im Wettkampf sicher", sagte Lauterbach. Das deutsche Regelwerk sieht derzeit die "Null-Toleranz-Lösung" vor, die besagt, dass ein Pferd im Wettkampf frei von wirksamen Substanzen sein muss. Das Festhalten an dieser Lösung wurde nicht zuletzt auch von der DOSB-Kommission Reiten eingefordert, die im Sommer rund 100 Kaderreiter und Funktionäre hinsichtlich ihrer Einstellung zum Pferdesport befragt hatte. dp